Mechanische Bedireinigung durchgeführt

Allgemeine Informationen über den Audi RS4 (B7)
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rolvers
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Mechanische Bedireinigung durchgeführt

Beitrag von rolvers » Mittwoch 28. September 2016, 11:34

Hallo Zusammen,

möchte euch gerne meinen Erfahrungsbericht einer mechanischen Ventilreinigung am Audi RS4 B7 posten. Die Reinigung wurde von mir als "Nichtschrauber" selbst durchgeführt. Mein RS4 hat eine Kilometerlaufleistung von 156600km. Eine Reinigung wurde meines Wissens nach bisher noch nicht durchgeführt. Lediglich die Ansaugbrücke wurde im Jahre 2011 bei Audi wegen überhöhtem Klappenspiel (oder so ähnlich) getauscht.
Bevor es los ging konnte ich mir im Netz eine Anleitung über den Ausbau der Brücke besorgen. Eins vornweg; ich dachte mein RS4 geht gut!

Demontage der Ansaugbrücke
Die Demontage war meiner Meinung nach eine riesen Arbeit da ich dies zuvor noch nicht gemacht habe. Probleme hatte ich z.B. beim Lösen der Stecker vorne an der Ansaugbrücke da ich Angst hatte etwas kaputt zu machen. Des Weiteren hatte ich Probleme mit der unteren Ölabscheiderschraube. Ein kurzer Torx T30 wäre hier die Ideallösung um schnell voranzukommen. Auch das Beiseiteschieben der Sekundärleitungen hat nicht wirklich geklappt da diese sehr steif sind.
Hatte hier auch wieder Angst dass diese brechen könnten.
Die Schrauben der Benzinleitungen wurden hier dank zahlreicher Tips und Tricks mit Kabelbindern gesichert. Im Großen und Ganzen war die Brücke nach knapp 6 Stunden unten. Zwischenzeitlich war wegen Rückenschmerzen teilweise Ruhepause. Das nächste mal sollte ich den Wagen auf Böcken stellen. Dann konnte ich nun endlich die Ventilverkokung in Augenschein nehmen.
Ich rechnete mit dem Schlimmsten wegen der Kilometerlaufleistung. War aber dann doch nicht ganz so heftig (meine Meinung).
Die Verkokung an sich war bei manchen Ventilen sehr weich und ölig, bei anderen aber richtig hart verkrustet. Teilweise waren Ventile mehr verkokt als andere. Sehr merkwürdig. Bilder habe ich gemacht, leider sind diese nicht wirklich etwas geworden. Die Verkokungen sahen aber so aus wie bei den Bildern von anderen Usern hier im Forum.

Entfernen der Verkokung
Als Lösungsmittel holte ich mir den Tunap 133 Ansaugreiniger. Die Luftleitbleche wurden mit der Zange gezogen und eingeweicht. Diese waren ganz schön mit Ölnebel bezogen. Anschließend wurden die Ventile geschlossen durch Schieben des Wagens im fünften Gang. Ging eigentlich ohne den Ausbau der Zündkerzen. Dann wurden die gröbsten Verkokungen abgeschabt und der Reiniger in den Ventilschacht gesprüht. Einweichen lassen und dann die Verkokung mit der Zahnbürste weggeschrubbt. Die Suppe wurde mit einem günstigen Bremsenentlüftungsgerät abgesaugt. Reste am Ventilteller wurden mit einem hölzernen Schaschlikspieß weggekrazt. Hat auch prima funktioniert.
Der Rest wurde dann mit Druckluft ausgeblasen. Das Ergebnis war gut; alle Verunreinigungen wurden entfernt. Hab mir noch eine Sprühdose Caramba Ansaugreiniger gekauft. Dieser funktioniert besser als der Tunap-Reiniger und ist auch günstiger. Die Ansaugbrücke wurde ebenfalls leicht eingesprüht und mit der Zahnbürste so gut es ging gereinigt. Ebenso wurde die Drosselklappe gereinigt. War auch ein wenig verschmutzt.
Die Arbeit hat dann aber doch einen Tag in Anpruch genommen.

Montage der Brücke
Ich dachte dies wird wieder die Hölle werden da der Ausbau sehr tricky war. Ging aber ohne größere Probleme von der Hand. Neue Dichtungen wurden gleich erneuert obwohl die alten noch sehr gut aussahen.
Komischerweise war ich aber insgesamt nach knapp 4 Stunden fertig. Das Daraufsetzen der Brücke unbedingt mit einer zweiten Person durchführen.
Alleine hätte ich dies nicht geschafft.
Der Wagen wurde gestartet und sprang nach zwei Sekunden ohne irgendwelche Vorkommnisse an. Sehr schön. Es war auch keine starke Rauchentwicklung festzustellen.

Probefahrt
Ich war richtig gespannt und aufgeregt wie sich der Wagen nach der Reinigung fährt. Das Anfahren ging viel besser als sonst. Vor der Reinigung ruckelte der Wagen manchmal beim Anfahren. Dies war nun weg! Nach einer Warmfahrphase wurde endlich Gas gegeben. Was nun passiert hatte ich mir nicht vorstellen können. Der Wagen zieht ab ca. 5500U/min richtig stark durch. Ich dachte mir ich bin im falschen Film. Sensationell wie der Wagen obenraus jetzt die Kraft entfaltet. Bin sehr froh über das Ergebniss. Das Resultat hatte ich mir nicht so beindruckend vorgestellt. Bin richtig happy über die Performance nach der Reinigung!

Fazit
Diese Reinigung kann ich jedem nur empfehlen. Das Ergebnis ist nach der Reinigung sehr eindrucksvoll. Würde ich es wieder durchführen?
Denke ja da dies für den ungeübten Schrauber ohne Probleme machbar ist. Mein Problem waren die Rückenschmerzen was dazu führte das ich doch knapp vier Tage, mit entsprechenden Pausen, am Wagen gearbeitet habe. Mit einem anständigen Apparat, in etwa wie Walnussschalengranulat oder Trockeneisstrahler wäre es schneller zu bewältigen gewesen. Hinzu kommt das ich jetzt weiß wie die Brücke an- und abgebaut wird. Da ich eine Jahresfahrleistung von knapp 2000km erreiche hoffe ich das jetzt erstmal ein paar Jahre Ruhe ist.

Prävention
Für mich stellt sich nun die Frage wie ich diese Verkokungen minimieren kann. Macht es Sinn nach gewisser Zeit Ansaugreiniger vor die Drosselklappe zu spritzen und/oder ein etwas dickflüssigeres Öl (z.B. mobil peak 1) zu fahren? Gibt es Erfahrungswerte mit Premiumbenzin Aral/Shell die hier die Sache etwas hinauszögern?

Wäre euch über Tips den Verkokungen entgegenzuwirken sehr dankbar.

Viele Grüße
Ralf
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Beitrag von Nicki-Nitro » Mittwoch 28. September 2016, 17:05

Das war meine Antwort gegen die Verkokungen: Wasser/Methanol/Nitromethan Einspritzung im RS4 B7
Gruss Ronald
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Beitrag von Kais » Donnerstag 29. September 2016, 22:55

Das mit dem hin und wieder Ansaugreiniger vor die Drosselklappe spritzen würde funktionieren, wenn du dir dafür Zeit nimmst und in kurzen Abständen eine Dose Reiniger verwendest.
Dabei solltest du aber auch mindesten 2000U/min haben,
eben ähnlich einer chemischen Reinigung(was es ja letztendlich ist).

Was eine gute Lösung in meinen Augen ist, ist der Einbau eines Ölabscheiders. Dieser kühlt die ölhaltigen Dämpfe ab, das Öl setzt sich ab und die gereinigten Dämpfe werden dann erst in die Ansaugung weiter geleitet.

Was auch helfen soll Verkokungen zu vermeiden, oder wenigstens zu verringern, ist ab und zu eine längere Fahrt mit hoher Drehzahl. Wie zum Beispiel ein paar Minuten auf einem freien Autobahnstück. Dadurch bekommen die Ventile genug Temperatur um den Großteil zu Verbrennen.

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Beitrag von rolvers » Freitag 30. September 2016, 17:01

Danke für eure Antworten.
Einen Ölabscheider hat der RS4 B7 bereits ab Serie.
Denke außer einer chemischen und einer mechanischen Bedi gehen die Alternativen gegen Null. Das Problem sind die Temperaturen an den Ventilen bei denen der Öldampf sich direkt als kohlenstoffartigen Belag absetzt. Theoretisch wäre eine kleinere, respektive größere Temperatur die Lösung. Realisierbar; eher nicht! In wieweit die Hersteller sich dafür Lösungen für Direkteinspritzer einfallen lassen wird sich zeigen. Kombinierte Saugrohr/Direkteinspritzer gibt es ja bereits.
Ist halt sehr Schade für unsere Autos.

Gruß
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Beitrag von Nicki-Nitro » Samstag 1. Oktober 2016, 13:19

Mit einer WAES hast Du eine "Online"-BEDI-Reinigung, sozusagen auch eine kombinierte Saugrohreinspritzung. Ist halt nicht jedermanns Sache. Damit habe ich auch Mal eine Flasche BEDI-Reiniger durchgeblasen. Eine Autobahnfahrt dafür hilft ungemein. ;-)
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Beitrag von rolvers » Samstag 1. Oktober 2016, 14:48

Das WAES klingt auch gut. Ob sich das preislich bei einer geringen Kilometerfahrleistung rechnet?!
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Beitrag von Nicki-Nitro » Samstag 1. Oktober 2016, 17:55

Das musst Du kalkulieren. Du kannst ja immerhin selber reinigen. Ich konnte das nicht. Also sparst Du Dir diese Kosten.
Gruss Ronald
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